Ankommen im Ehrenamt – Die Initiative „Du für Brandenburg“

Shownotes

Katja hat in der Ukraine als Lehrerin gearbeitet hat und leitet heute eine Jugendtheatergruppe in Potsdam. Sie ist eine von gut 100 Menschen mit Fluchterfahrung, die durch das Projekt „Du für Brandenburg“ an eine ehrenamtliche Einsatzstelle vermittelt wurden. Die Freiwilligen helfen wo Hilfe dringend gebraucht wird und können zugleich ihr Deutsch verbessern und Arbeitserfahrungen machen. Das Projekt „Du für Brandenburg“ wird gefördert vom „Asyl, Migrations- und Integrationsfonds“ der EU und vom Brandenburger Ministerium für Inneres und Kommunales.

Links: Du für Brandenburg: https://dfb.govolunteer.com/brandenburg/ Wirkungsbericht 2024 von „Du für Brandenburg“: https://ehrenamt-in-brandenburg.de/projekt-du-fuer-brandenburg-wirkungsbericht-2024-vorgestellt/ AWO-Haus „Alte Druckerei“ in Potsdam: https://awo-potsdam.de/de/standort/awo-haus-alte-druckerei/

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Musikbett: JINGLE Böll.Regional. Vielfalt in Brandenburg. Ein Podcast der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg.

Moderation: Moderation: Mein Name ist Franziska Walser Willkommen und ich begrüße euch bei „Vielfalt in Brandenburg“. Wir stellen in dieser Podcastreihe Menschen und Projekte aus Brandenburg vor, die neue Ideen haben. Die das Leben in Brandenburg vielfältiger, inklusiver und einfach schöner machen wollen. Heute geht es um die Initiative „Du für Brandenburg“. Die vermittelt Menschen mit Fluchterfahrung an ehrenamtliche Initiativen. Dort können Sie ihr Deutsch verbessern, Kontakte knüpfen und ihre Stärken einsetzen. Eine Zusammenarbeit, von der am Ende alle profitieren.

Atmo Theaterprobe: Atmo Theaterprobe: [Klatschen und Kinderstimmen die ein ukrainisches Gedicht sprechen]

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Wir treffen uns einmal pro Woche. (Unsere Treffen sind kreativ und frei. Kein normaler Unterricht.) Wir lesen, üben Sprachen und machen kleine Theaterstücke.

Atmo Theaterprobe: Atmo Theaterprobe: [Klatschen und Kinderstimmen, die ein ukrainisches Gedicht sprechen]

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Ich will arbeiten und das ist besonders wichtig für mich. Weil wir haben ein Sprichwort: „Bewegung ist Leben“. Und ich denke, ich bin tot - nicht in mir real, aber in mir Innen, wenn ich nichts mache.

Nashwa Abdou: Nashwa Abdou: Wir merken, bei Vielen fehlt tatsächlich diese persönliche Betreuung. Dieser erste Schritt, dieses gemeinsame Denken: Okay, was will ich überhaupt machen? Was gibt es überhaupt? …Und da kommen wir ins Spiel.

Moderation: Moderation: Das ist Nashwa Abdou. Sie leitet seit Januar 2024 das Projekt „Du für Brandenburg“. „Du für Brandenburg“ ist ein Ableger von „Go Volunteer“, einer bundesweiten Vermittlung für Einsatzstellen im Ehrenamt. Gefördert wird „Du für Brandenburg“ vom „Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds“ der EU und vom Brandenburger Ministerium für Inneres und Kommunales. Zusammen mit ihrer Kollegin Céline Couronne begleitet Nashwa Abdou Geflüchtete bei ihrem Start ins Ehrenamt. In den ersten drei Monaten werden die Teilnehmer*innen intensiv betreut und beraten.

Nashwa Abdou: Nashwa Abdou: Der erste Schritt ist, dass wir ein Gespräch vereinbaren, um die Person kennenzulernen. Ein Willkommensgespräch nennen wir das. Und da wird besprochen, wo die Person wohnt, was die Ziele sind, wie gut sie Deutsch spricht, was ihre Hobbys sind und was sie überhaupt im Ehrenamt machen möchte. Danach werden ein paar Partnerprojekte vorgeschlagen und die teilnehmende Person kann dann sagen: „Ah ja, das gefällt mir.“ Oder: „Nee, das gefällt mir nicht.“ Und dann wird gemeinsam quasi ein Ort gefunden, wo das Ehrenamt dann passend wäre.

Céline Couronne: Céline Couronne: Für drei Monate begleiten wir ganz nah - wo wir wirklich viel in Kontakt sind. Und dann ein bisschen weniger. Nach drei Monaten wissen wir: Die Person ist gut angekommen im Ehrenamt und braucht weniger unserer Unterstützung, aber wir bleiben natürlich trotzdem präsent. Wenn Fragen aufkommen, Probleme aufkommen, sind wir trotzdem da.

Moderation: Moderation: Seit dem Projektstart 2024 hat „Du für Brandenburg“ schon über 100 Geflüchtete an Einsatzstellen in Brandenburg vermittelt. Eine davon ist Katja Vasileva. Sie ist 34 Jahre alt, Mutter von zwei kleinen Kindern und hat 2022 in Potsdam eine neue Heimat gefunden.

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Nach Deutschland bin ich im März 2022 mit meinem Sohn und meiner Katze gekommen und ich war schwanger. Mein Mann hat in der Ukraine geblieben. Es war eine sehr schwere Entscheidung. Mein Mann hat gesagt: „Du bist verantwortlich für zwei kleine Leben.“ So sind wir geflüchtet, zuerst nach Moldawien, und nur für drei Tage, dachten wir. Aber diese drei Tage sind jetzt über drei Jahre. Die Reise war wie im Nebel. Ich erinnere mich, dass ich meinem Sohn einen Zettel in die Jacke gesteckt habe, mit unseren Kontaktdaten, falls er verloren geht. Aber im Glück, das ist okay. Am 6. März 2022 sind wir in Deutschland ohne Plan, nur mit Hoffnung auf Sicherheit angekommen.

Moderation: Moderation: Katja hat eingewilligt, das Interview zu führen, obwohl sie sich auf Deutsch noch nicht so gut ausdrücken kann wie in den anderen Sprachen, die sie spricht. Sie hat in ihrer Geburtsstadt Luhansk - und später in Charkiw und Odessa - als Lehrerin für russische Literatur und Englisch gearbeitet. Sich gut ausdrücken, die richtigen Wörter finden, das ist ihr wichtig.

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Im Tram, zu Hause, im Kurs, wenn ich mit meinen Kindern spazieren gehe: Ich lerne Deutsch, immer und überall. Und ich mag das. Ich kann mehr verstehen und mehr erzählen, sprechen, sagen. Und ich denke, ich bin sehr klug auf Ukrainisch. Aber auf Deutsch, ich kann nicht sprechen alles, was möchte ich.

Moderation: Moderation: Deswegen haben wir vor der Interviewaufnahme die Fragen abgesprochen und Katja hat Zettel mit vorbereiteten Antworten mitgenommen – zur Sicherheit. Sie kann sich noch gut erinnern an das erste deutsche Wort, das sie auf der Flucht gelernt hat.

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Hauptbahnhof. Und Entschuldigung, diese zwei Wörter waren am schwierigsten für mich. Große mit schwer Aussprache. Und meine am liebsten Wörter ist Schmetterling. Ich weiß nicht warum.

Moderation: Moderation: Es war auch die Sprache, die Katja zu der Ehrenamtsvermittlung von „Du für Brandenburg“ gebracht hat. Die Lehrerin ihres B1-Integrationskurses hat im Unterricht Flyer für das Projekt verteilt.

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Später zu Hause habe ich gelesen und zufällig hatten mein Mann und ich kurz davor darüber gesprochen, wie viele Menschen uns in Deutschland geholfen haben. Und wir haben dankbar und wollten auch helfen. So haben wir zu Du für Brandenburg gekommen.

Moderation: Moderation: Katjas Mann Sascha, der nach der Geburt ihrer Tochter nach Deutschland nachkommen konnte, engagiert sich bei der „Tafel Potsdam“. Katja hatte schon kurz nach der Ankunft begonnen, in einer ukrainischen Sprachklasse zu unterrichten. Mit Hilfe ihrer Coach Céline von „Du für Brandenburg“ hat Katja dann ein Jugendtheaterprojekt für Kinder aus der Ukraine gegründet. Jeden Freitag treffen sich in der „Alten Druckerei“ in Potsdam zehn bis zwölf Kinder im Alter zwischen 10 und 15. Gemeinsam mit Katja haben die Jugendlichen ein Stück entwickelt, das auf Märchen aus Deutschland und der Ukraine basiert. Geprobt und gespielt wird auf Ukrainisch.

Atmo Theaterprobe: Atmo Theaterprobe: [Improvisationsübung mit viel Emotion auf Ukrainisch]

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Ich möchte mit Kindern arbeiten. Ich möchte Literatur machen. Aber moderne Kinder und Teenager möchten nicht so viel lesen. Ich habe entschieden, Literatur und Theater zu mischen.

Moderation: Moderation: Im AWO-Haus "Alte Druckerei" gibt es verschiedene kunstpädagogische Angebote, Ateliers, eine Ton- und Keramikwerkstatt und große Räume für Workshops und Proben. Katjas Angebot passt gut zu den anderen Angeboten, die es hier im Rahmen des Projekts "Ankommen in Potsdam" gibt, sagt die Hauskoordinatorin und Projektleiterin Shaha Salim.

Shaha Salim: Shaha Salim: Ich mache hier immer samstags Kindertheater. Und ich hatte auch ukrainische Kinder. Aber hier ist es ein bisschen besonders, nur für die Ukrainer. Sie sind frei, sie können auf ihrer Muttersprache Theater machen. Das verbindet sie mit ihrer Kultur, ihrem Heimatland. Das hilft ihnen psychologisch, wenn sie auf ihrer Muttersprache sprechen, hier in Deutschland.

Atmo Theaterprobe: Atmo Theaterprobe: [Katja erklärt: Wir machen Ausspracheübung]

Atmo Theaterprobe: Atmo Theaterprobe: [Ausspracheübung – viele Kinderstimmen durcheinander]

Moderation: Moderation: Ich darf bei der Probe dabei sein und verstehe kein einziges Wort. Trotzdem bin ich mitgerissen von der Energie und der Vertrautheit der Gruppe, die Katja geschaffen hat. Seit Januar ist auch Ola als Ehrenamtliche mit dabei. Sie war in der Ukraine Illustratorin und gibt jetzt kreative Impulse für Kostüme und Bühnenbild. Neben Katja und Ola engagieren sich noch mehr Teilnehmende von „Du für Brandenburg“ im AWO-Haus, sagt Shaha.

Shaha Salim: Shaha Salim: Viele von ihnen sind so aktiv hier im Haus... Vor zwei Jahren habe ich gefragt, ob ich Kinderbetreuung von ihnen bekomme. Und die Leute, die von ihnen kommen, wirklich sind engagiert und sie arbeiten von Herzen. Das hat mir so gefallen an Du für Brandenburg.

Moderation: Moderation: Wenn man es in der Datingsprache ausdrückt: „It’s a Match“. Das wird offensichtlich beim Interview mit Katja, Shaha und Coach Céline in der Alten Druckerei. Genauso soll es sein, sagt die Projektleiterin Nashwa.

Nashwa Abdou: Nashwa Abdou: Wir haben ja Projekte, die reichen von Gartenarbeit bis zu Unterstützung bei Büroarbeit, Technik, Theater, Literatur, Arbeiten mit Holz - wirklich alles Mögliche. Und falls ein Thema erwünscht ist, was wir noch nicht abdecken können, dann suchen wir weiter und akquirieren auch neue Partnerprojekte. Das heißt, eine Person kann zu uns kommen und sagen „Ich koche gerne“ oder „Ich mache gerne Sport“ oder „Ich bin sehr gut in Mathematik“. Was auch immer. Und wir versuchen immer ein Match zu finden. Wir hatten tatsächlich einen Teilnehmer, der sehr gerne und sehr gut Schach gespielt hat. Und er hat selbständig auch einen Schachclub eröffnet, bei einer Partnerorganisation von uns.

Moderation: Moderation: Für so eine passgenaue Vermittlung braucht es nicht nur einen guten Draht zwischen Coach und Teilnehmer*in. Nashwa und ihre Kollegin Céline betreuen auch die Einsatzstellen. Sie koordinieren und begleiten das erste Kennenlerntreffen. Sie unterstützen die Verständigung, wenn nötig, in einfacher Sprache oder auf Arabisch, Ukrainisch, Russisch, Englisch, Französisch oder Spanisch. Und sie kümmern sich darum, dass ein offizieller Ehrenamtsvertrag abgeschlossen wird. Diese Starthilfe macht den Einsatz oft erst möglich. Denn im Ehrenamt sind die Zeitkapazitäten knapp.

Nashwa Abdou: Nashwa Abdou: Wir stoßen tatsächlich eher auf Partnerprojekte, die sagen: Wir möchten unsere Organisation interkulturell öffnen. Aber wir haben nicht die nötigen Skills dafür oder nicht die nötige Zeit dafür. Wir sind ein kleines Team. Wir können es uns irgendwie kapazitätsmäßig nicht leisten.“ Wir versuchen halt dann, diese Lücke zu schließen und sie dabei zu unterstützen.

Moderation: Moderation: Auch das Team von „Du für Brandenburg“ hat keine unendlichen Kapazitäten. Deswegen ist es Nashwa und ihren Kolleg*innen wichtig, dass Sie keine Doppelstrukturen schaffen, sondern Netzwerke nutzen, die es schon gibt. An manchen Stellen versucht das fünfköpfige Team schon Vorhandenes zu ergänzen. Zum Beispiel gibt es in Brandenburg keine Online-Datenbank, die einen Überblick über Projekte gibt, bei denen man sich engagieren kann. Außerdem geben Sie den Partnerorganisationen Input, der für die Arbeit mit Geflüchteten – aber auch darüber hinaus – wichtig ist.

Nashwa Abdou: Nashwa Abdou: Wir bieten regelmäßig sogenannte Roundtables. Das sind kurze Weiterbildungs- oder Austauschformate für Partnerorganisationen, in denen es um relevante Themen geht. Wie trauma-sensibles Arbeiten oder Unconscious Bias oder Argumentieren gegen Rechts. Das heißt, wir versuchen auch, unseren Partnerprojekten die nötigen Skills oder Informationen weiterzugeben ... damit sie auch vorbereitet sind für die Aufnahme von Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen, damit sie sie auch gut einbinden können.

Moderation: Moderation: Auch aus der Perspektive der Teilnehmer*innen schließt „Du für Brandenburg“ eine Lücke. Nur wenige Geflüchtete können direkt nach der Ankunft in Deutschland in ihrem alten Beruf arbeiten. Katja wartet zum Beispiel darauf, dass ihre Lehrerinnen-Diplome aus der Ukraine in Deutschland anerkannt werden. Andere Teilnehmende besuchen Sprachkurse, um das B1 bzw. B2-Niveau zu erreichen, das für die Beantragung einer Staatsbürgerschaft oder eine Ausbildung notwendig ist. In einem Ehrenamt können sich die Teilnehmer*innen in dieser Ankunftsphase ausprobieren, ihre Stärken einbringen und neue Qualifikationen erwerben.

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Ich habe in der Ukraine mit Kindern gearbeitet und ein bisschen Theater organisiert. Ich kann Kinder motivieren, Projekte planen und kreative Ideen entwickeln. Vor allem arbeite ich mit Herz. In der Ukraine war das nur ein kleiner Teil meiner Arbeit. Hier habe ich viel mehr Raum für eigene Ideen und kreative Freiheit. Ich probiere neue Formate aus und lasse meiner Fantasie freien Lauf. Das macht mir große Freude.

Nashwa Abdou: Nashwa Abdou: Viele geben uns das Feedback, dass sie zum Beispiel Skills erworben haben in Bezug auf Teamarbeit oder Organisationstalent oder Kontaktaufbau-Skills, mit denen sie sich vernetzen können. Das sind alles Qualifikationen, die man neben der Sprache tatsächlich erwirbt, die auch langfristig sehr bedeutsam sind.

Moderation: Moderation: Eine Teilnehmerin hat nach ihrem Einsatz als Ehrenamtliche in einem Senior*innenzentrum ein Stellenangebot bekommen. Eine andere hat über ihr Engagement eine Beschäftigung als Migrationssozialarbeiterin gefunden. Das Programm „Du für Brandenburg“ kann ein Einstieg in den Arbeitsmarkt sein. Es geht aber auch um das Gefühl der Wertschätzung. Und um den Wunsch vieler Geflüchteter, dem Land, das sie aufgenommen hat, etwas zurückzugeben. So wie es auch bei Katja und ihrem Mann Sascha der Fall war.

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Am Anfang war Vieles schwer. Die Sprache, die Bürokratie, die vielen Formulare. Ich hatte noch nie so viele Dokumente in meinem Leben. Am schwierigsten war die Sprachbarriere natürlich. Aber die Menschen hier haben mir sehr geholfen. Auch Fremde auf der Straße oder in sozialen Netzwerken. Freiwillige. Ihre Hilfe war für mich sehr wichtig.

Nashwa Abdou: Nashwa Abdou: Wenn Menschen relativ neu in Deutschland sind, haben sie auch mit anderen Problemen zu kämpfen. Aber wir merken: Das Interesse ist immer da. Viele schaffen die Zeit dafür.

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Ich will arbeiten und das ist besonders wichtig für mich. Ich möchte etwas machen, weil ich denke, dass Depression und Nachdenken über Krieg und mein Heimatland und meine Eltern, die in der Ukraine jetzt leben. Ich möchte nicht über das immer nachdenken. Ich möchte „to be alive“, ich möchte lebendig mich fühlen.

Nashwa Abdou: Nashwa Abdou: Viele, die zu uns kommen, sind tatsächlich in der Phase, wo sie erst mal die Sprache lernen und neben dem Sprach- oder Integrationskurs quasi sich ehrenamtlich engagieren möchten und sinnvolle Beschäftigung finden möchten. // Auch wenn es einige Teilnehmende wie Katja gibt, die Angebote auf anderen Sprachen durchführen, möchten die meisten tatsächlich durch das Ehrenamt ihre deutsche Sprache verbessern. Und das ist auch ein großes Anliegen.

Moderation: Moderation: Um diesem Bedürfnis gerecht zu werden, bietet das Team von „Du für Brandenburg“ regelmäßig Sprachtrainings an, erzählt Céline, die Coach von Katja.

Céline Couronne: Céline Couronne: Im Learning-Bereich machen wir verschiedene Workshops und Kurse. Unter anderem auch die Online-Deutschsprachkurse, weil wir gemerkt haben, dass viele Teilnehmende bei uns im Projekt natürlich sehr große Motivation haben, Deutsch zu lernen, Deutsch zu üben. Und deswegen haben wir angefangen mit Online-Deutschsprachkursen. Also einfach nur gemeinsam üben und sprechen.

Atmo Onlinekurs: Atmo Onlinekurs: [Ausschnitt aus Onlinekurs z.B. „Videokurs Alltagsdeutsch“ ]

Moderation: Moderation: Die dritte Säule im Projekt – neben dem persönlichen Coaching und den Lernangeboten – sind Community-Angebote, zu denen alle Engagierten im Projekt eingeladen sind: Das kann ein Picknick in der Natur sein. Ein Besuch im Potsdamer Schloss Sanssouci. Oder ein Besuch im Filmmuseum.

Céline Couronne: Céline Couronne: Dass wir einfach zusammen etwas lernen und uns auch nochmal besser kennenlernen. Und dass auch die TeilnehmerInnen unter sich sich ebenfalls kennenlernen. Und dass wir somit eine Community kreieren von DU für Brandenburg.

Moderation: Moderation: Mit zwei Kleinkindern, dem Deutschkurs und dem Ehrenamt fehlte Katja bisher die Zeit, um zu den Community-Events zu gehen. Bei den Online-Deutschkursen ist sie aber regelmäßig dabei. Die drei Monate, in denen Céline Katja als Coach eng begleitet hat, sind vorbei. Katja hat ihren Platz als Ehrenamtliche bei der AWO gefunden und kann sich ihr Leben ohne die Theatergruppe nicht mehr vorstellen.

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Die Arbeit mit Jugendlichen und mit Kindern macht mir großen Spaß. Sie sind ehrlich, neugierig und lebendig. Ich lerne viel von ihnen, zum Beispiel die kleinen Dinge wieder zu sehen und zu schätzen. Zum Beispiel einen Regenbogen nach dem Regen oder die Farben der Blumen. Sie erinnern mich daran, wie bunt das Leben sein kann. Ich lerne auch viel über moderne Sprache, Themen und Trends. Diese junge Generation ist offen und mutig. Ich bewundere das.

Moderation: Moderation: Katja ist eine von über 100 Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung, die durch „Du für Brandenburg“ ein Ehrenamt gefunden haben. Bis zum Ende der ersten Förderperiode im Dezember 2026 sollen nochmal mindestens 65 Teilnehmende dazukommen. Außerdem wollen Nashwa, Céline und ihr Team noch mehr Städte und Gemeinden in Brandenburg erreichen. Im Moment funktioniert die Vermittlung vor allem in Potsdam und Brandenburg an der Havel sehr gut. Als Nächstes sollen Frankfurt an der Oder und Cottbus dazukommen, bevor das Angebot – in einer dritten Welle – auch auf kleinere Orte ausgedehnt werden soll. Damit das funktioniert, sind die Betreuungs- und Kursstrukturen von Anfang an digital und dezentral angelegt.

Céline Couronne: Céline Couronne: Wir haben ein Diensthandy von „Du für Brandenburg“, wo alle Teilnehmenden uns anschreiben können über WhatsApp…“Du für Brandenburg“ konzentriert sich auf ganz Brandenburg und dann ist es manchmal für Menschen, dauert das sehr lange, entweder nach Potsdam oder Brandenburg an der Havel zu fahren oder Frankfurt/Oder. Und dann ist manchmal das Online-Angebot auch sehr hilfreich, dass dann die Anfahrten nicht so lange sind für einen Termin.

Moderation: Moderation: Und auch Katja hat ihre Ziele für die nächsten Jahre klar vor Augen.

Katja Vasileva: Katja Vasileva: Ich möchte in Deutschland bleiben, natürlich, vor allem wegen meiner Kinder. Mein Sohn geht hier zur Schule, meine Tochter ist hier geboren. Ich habe viele neue Freunde gefunden und fühle mich hier immer mehr zu Hause… Ich möchte weiter Deutsch lernen und langfristig als Lehrerin oder Pädagogin arbeiten. Mit Unterstützung werde ich hier meinen Weg finden, ich denke, ich glaube (lacht)

Moderation auf Musik: Moderation: In der Podcast-Serie „Vielfalt in Brandenburg“ ging es heute um das Projekt „Du für Brandenburg“ und um Katja Vasileva, die als Freiwillige eine ukrainische Theatergruppe in Potsdam gegründet hat. Alle Folgen und Hintergrundinformationen gibt es auf der Website www.boell-brandenburg.de und natürlich auch in den Shownotes. Wir freuen uns über Feedback und Anregungen per Mail an: info@boell-brandenburg.de Mein Name Franziska Walser. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal.

Schlussjingle: Schlussjingle: Vielfalt in Brandenburg. Ein Podcast der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg.

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